Sonntag, September 24, 2006

Berufsziel "Sudologe" - Der Schweiß is heiß

Die ärztliche Berufswelt erfährt in der letzten Zeit eine immer stärkere Differenzierung; das ist jedenfalls der Eindruck den ich immer mehr und mehr gewinne.
Im unüberschaubaren Dickicht der Zusatzbezeichnungen ist aber dennoch reichlich Platz für einige medizinisch-krassen*ei jo* Nischentätigkeiten;o).
Deshalb deshalb sollte der medizinische Student nach Fachgebieten forschen, die es noch nicht gibt, aber dringend geben müsste!!!
Anbetrachts des bevorstehenden Klimawandels (obwohl man ja in letzter Zeit eher erfriert als "erschwitzt"!) macht ein neue Spezialdisziplin den Anfang: die Sudologie. :o)

Die menschliche Schweißdrüse wird seit dem Beginn der industriellen Revolution zunehmend unterdrückt: Wir dürfen zwar alle mehr arbeiten - aber dabei auf keinen Fall mehr schwitzen! *müffel* Eine ganze Heerschar von Deodorants und Antitranspirantien zielt darauf ab, jede Sekretion komplett zu unterbinden- Nichts mehr mit: "Ich stinke, also bin ich!". Insbesondere der allseits berühmt-berüchtigte Achselschweiß hat jede Form der sozialen Akzeptanz verloren.
Nun fragen wir uns verunsichert: Wann darf man denn nu schwitzen und wann nicht?

Antworten auf diese drängenden Fragen sollen in Zukunft Internisten mit der Zusatzbe-zeichnung "Facharzt für Sudologie" geben - Die Transpirationsmedizin hat angesichts purzelnder Temperaturrekorde allerbeste Aussichten, Everybodies Darling (va die der dauerkranken, ewig nörgelnden Kassenpatienten, die die Hausarztpraxen überschwemmen) zu werden.

Der Sudologe soll nach ersten Vorstellungen der Bundesärztekammer über ausreichende Erfahrungen mit folgenden Therapieverfahren verfügen:
- Applikation subaxillärer Mikroklimaanlagen (Friotherapie nach Linde)
- Legen von Schweißbypässen (glanduloglanduläre Anastomosen)
- Stationäre Intensivtherapie akuter Schweißausbrüche
- Anwendung adstringierender Ganzkörpertamponaden

Die kostbare Zusatzbezeichnung sollte den Aspiranten der Sudologie (von den chirurgischen Kollegen auch gerne "Transpiranten" genannt *grins*), erst nach einer zweijährigen klinischen Tätigkeit zuerkannt werden.
Ein kleiner Trost am Rande: Von der zweijährigen Zusatzausbildung sollen 6 Monate in einem ambulanten Saunabetrieb abgeleistet werden können.
By the way: Eine weitere Differenzierung in die Gebiete "Allgemeine Sudologie" und "Spezielle Fußschweißtherapie" scheint außerdem jetzt schon unvermeidlich zu sein!

Oder wie es mal ein Kumpel von mir so treffend sagte: "Baby, ein Mann MUSS stinken!" :o)